Turnen im Wandel...

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  • Ich habe neulich mal durch Zufall Aufnahmen aus den 60‘er Jahren gesehen. Wenn man sich sol alte Sachen anschaut merkt man erst einmal, wie sich etwas verändert hat.


    Gefühlt ist heute das Niveau beim Schulturnen nicht mehr weit weg vom Turnen bei internationalen Wettkämpfen vor 60 Jahren. Damals bestand das Turnen ja beinahe nur aus Rumlaufen, Arme schwingen und Beine heben. Während heute komplexe Elemente, Akros mit Twist, ... selbst im Breitensport anzufinden sind.


    Meiner Meinung nach wird die Ästhetik nach und nach der Akrobatik geopfert. Heute gewinnt, wer die Drehung mehr macht und die höhere Schwierigkeit zeigt - bei zugegebenermaßen guter Ausführung. Aber z. B. die Verbindung zur Musik, der Ausdruck, ... findet nur noch selten eingang in die Bewertung. Wenn ich mir Simone Biles Übungen anschaue, dann sind diese schon atemberaubend, wirken aber eigentlich nur noch professionell. Auch die immer weiter fortgeschrittene Verjüngung im Turnen ist hierfür sicherlich ein Grund. Turnen hat da finde ich ein bisschen „verloren“.


    Und irgendwie betrifft das mehr das weibliche Turnen als das Männderturnen.


    Wie seht ihr das aus heutiger Sicht?

  • Da muss ich dir zustimmen. Ich finde jedoch nicht, dass die Ästhetik zugunsten des höheren Schwierigkeitsgrades „geopfert“ wird.


    Auch heute noch werden Übungen sehr elegant und ausdrucksstark geturnt. Was sich verändert hat ist mMn der Stil der Übungen. Immer häufiger hört man peppige Melodien als Bodenmusik und auch der Ausdruck ist dementsprechend frech (und weniger grazil wie früher).


    Hier ist mal ein Beispiel für eine moderne Bodenübung mit Charakter:


    Beim Männerturnen haben die Bodenübungen gefühlt weniger Charakter. Ohne Musik und mit nur wenigen Posen ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Übungen für den Zuschauer weniger offensichtlich. Die Entwicklung hier kann ich allerdings nicht beurteilen.


    Meiner Ansicht nach müsste der CdP überarbeitet oder sogar völlig reformiert werden, um eine nachhaltige Veränderung im Kunstturnen zu erreichen. Dabei müsste die E-Note (Execution) bei der Bewertung schwerer gewichtet werden als die D-Note (Difficultly).


    Fraglich ist jedoch, ob das überhaupt gewollt ist. Das Verletzungsrisiko würde jedenfalls deutlich sinken, wenn der Schwierigkeitsgrad der Übungen reduziert werden würde.

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