Rahmentrainingskonzeption Turnen weiblich

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  • Was man nicht alles im Internet findet...


    Zum Beispiel das hier: Rahmentrainingskonzeption_Gtw_für_BMI_08.05.19.pdf

    Da hat der DTB auf 87 Seiten klitzeklein beschrieben, wie die Nachwuchsförderung erfolgen könnte. Von der Sichtung - über das Training - bis hin zum Wettkampfsystem. Sind wir denn alle Marionetten des Systems?


    Na? Wer findet hier überhaupt seinen Turn-Werdegang wieder?

    Ist das vom DTB gut gemacht, aber schlecht umgesetzt? Gibt es überhaupt Vereine/ Trainer, die nach diesem Konzept vorgehen?


    Ab Seite 24 werden die altersgerechten Trainingsetappen vorgestellt:


    • Allgemeine Grundausbildung - FUNdamentals (5-7 Jahre)
    • Grundlagentraining - Learning to train (8-10 Jahre)
    • Aufbautraining - Training to Train (11-12 Jahre)
    • Anschlusstraining - Training to Compete (13-15 Jahre)
    • Hochleistungstraining - Training to Win (16+ Jahre)


    Hier noch einmal grafisch:


    Und hier die dazugehörigen Traingsumfänge:


  • Na? Wer findet hier überhaupt seinen Turn-Werdegang wieder?

    Ist das vom DTB gut gemacht, aber schlecht umgesetzt?

    Dieses Konzept erscheint mir sinnvoll. Logischerweise sollte man mit den Grundlagen anfangen. Hätte ich in der Turntalentschule kein Grundlagentraining absolviert, bei dem allein die Erwärmung mindestens eine Stunde gedauert hat, dann könnte ich heute nicht auf so eine gute Basis zurückgreifen. Dafür übrigens danke an meine Eltern und an meine Trainer (vor allem an Irina!).


    Ich hatte allerdings eher das Gefühl, dass der FUNdamentals-Teil in meinem Fall beim Mutter-Kind-Turnen stattfand. Der Spaß an der Bewegung stand hier noch im Vordergrund. Mit dem Wechsel zur Turntalentschule wurde dann die zweite Phase (Learning to Train) eingeleitet. Da war ich 5 Jahre alt.


    Auch die erwähnten WK fanden bei mir statt. Dadurch wurden wir Turner schon früh auf spätere Wettbewerbssituationen vorbereitet.


    Mit 7 oder 8 war dann die Sichtung für die Sportschule in Berlin-Hohenschönhausen. Zwei Durchgänge habe ich durchgehalten, nach dem dritten wurde ich wegen fehlender Kraft und fehlendem Mut aussortiert. Umso besser - ich wollte eh nie auf ein Internat.


    Da fand mein Wechsel vom Leistungs- zum Breitensport statt. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Krafttraining immer seltener und dafür nahm der spaßige Teil des Trainings zu. Schnell habe ich neue Elemente erlernt, auch wenn ich weiterhin mit meiner Angst zu kämpfen hatte. Das fehlende Krafttraining führte nach meiner Hochphase aber auch schnell zur Ernüchterung. Man wächst, hat andere Hebelverhältnisse, weniger Kraft und mehr Gewicht, das man bewegen muss. Nun war die Devise: Level halten.


    Sind wir denn alle Marionetten des Systems?

    Diese Frage kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Sicherlich müssen wir uns in das System eingliedern, um erfolgreich zu sein. Wenn jeder machen würde, was er will, würde es schwierig werden, den Werdegang der Leistungssportler zu koordinieren. Ist es nicht ganz normal und auch sinnvoll, ein verbreitetes Trainingskonzept auszuarbeiten und umzusetzen? Oder sollten deiner Meinung nach alle machen, was sie wollen?


    Gibt es überhaupt Vereine/ Trainer, die nach diesem Konzept vorgehen?

    Ich denke schon, dass dieses Konzept im Leistungssport genutzt wird, um Talente zu fördern und zu coachen. Bei mir war es ja wie gesagt ähnlich bis ich zum Breitensport gewechselt bin. Athleten, die schon früh Verletzungen erleiden (Training to Train)und nicht mehr in das DTB-Konzept passen, werden schnell aussortiert, weil man mit ihnen nicht mehr arbeiten kann. Beim Turnen ist die Karriere im Vergleich sowieso ziemlich kurz, sodass ohne so ein Konzept mMn nicht viel erreicht werden könnte.

  • Diese Frage kann ich nicht so ganz nachvollziehen.

    Damit meinte ich, dass man sich und seine Selbstbestimmtheit im Leistungssport ein Stück weit aufgeben muss.


    Solche Konzepte geben am Ende einen Rahmen vor, in die potentielle Leistungsturner eingeordnet werden. Die Frage ist dann wie viel Freiheit noch für individuelle Wege bleibt.


    Eine Trainerin aus Lettland hat von ihrer Zeit als Trainerin in Lettland für die nationale Mannschaft erzählt. Da wurde rigoros ausgesiebt. Wenn da eine Kleinigkeit nicht passte oder die Eltern nervten wurde man aus der Gruppe entfernt. Und das Erstaunliche: es gab trotzdem stets mehr, die Teil der Gruppe sein wollten als es Plätze gab. Sie meinte damals, dass das nicht auf Deutschland übertragbar wäre.


    Ich weiss gar nicht, ob ich das schlecht finden soll?

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