Betreibt ihr neben Turnen noch andere Sportarten?

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  • Ich habe damals für den Kraftaufbau mit Kraftsport angefangen. Das Studio lag in einem Berliner-Hinterhof im Keller. Das war eines der ersten Studios in Deutschland. Man fand selbstgebaute Geräte und einen penetranten Schweiß- und Furzgeruch. Dafür hat dort zum Teil die Creme-de-la-Creme trainiert. Das Training hat mir viel gebracht. Während ich durch das Turnen bereits beim Einstieg in den Kraftsport mehr Gewichte stemmen konnte (Schulter- und Core-Kraft) fielen mir plötzlich auch Elemente beim Turnen einfacher oder wurden überhaupt erst möglich. Aber das Thema „schwache Beine“ bei Super-Sprungkraft blieb. Squats habe ich selten gemacht.


    Ergänzend habe ich dann mit Basketball und Squash angefangen. Das war mir für den Ausdaueraspekt wichtig. Runden laufen auf einem einsamen Sportplatz war als Hallenkind nicht meins. So hatte ich für die drei Bereiche Koordination, Kraft, Ausdauer jeweils etwas gefunden. Mobility habe ich immer schleifen lassen - war uncool und tat weh. Wegen besserer Mobility hatte ich immer mit Kampfsport geliebäugelt - aber über ein Jahr Judo hinaus faszinierte mich das nicht.


    Heute ist für mich Crossfit ein heißer Kandidat, da man dadurch Muskelausdauer, Kraft und Mobility aufbaut. Auch wenn ich nicht mehr turne, kann ich mir vorstellen, dass das ein guter Ergänzungssport sein kann (Hybrid-Training). Calisthenics habe ich auch schon versucht, aber da hier primär isometrische Kraft benötigt wird, habe ich da Bedenken, dass die Schnellkraft leidet.


    Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

  • Eine Zeit lang habe ich mit Calisthenics geliebäugelt. Bei diesem Eigenkörpergewichtstraining geht es ähnlich wie beim Turnen um Körperbeherrschung. Das hat mir schon nach kurzer Zeit große Kraftzuwächse beschert. Eine Übung, die ich zu diesem Zeitpunkt trainiert, aber leider nie geschafft habe, war der Planche (auf Deutsch: Stützwaage).


    Mittlerweile habe ich CrossFit für mich entdeckt. Dabei setze ich den Schwerpunkt nicht auf die Gewichtheber-Übungen wie Reißen und Stoßen, sondern auf die Eigengewichtsübungen.


    Das Schöne am CrossFit ist, dass Kraft und Ausdauer miteinander verbunden werden. Ein HIIT-Workout (High Intensity Intervall Workout) dauert nur ca. 20 Minuten. Danach ist man völlig fertig und Muskelkater ist garantiert!


    Während der Coronapause war CrossFit für mich ein ständiger Begleiter. Drei- bis viermal wöchentlich habe ich ein WOD (Workout Of the Day) absolviert. Der Einstieg in das Turntraining fiel mir dadurch deutlich leichter und neben Kraftzuwächsen habe ich auch eine bessere Ausdauer bekommen.


    Sankt Peter

    In deinem Profil habe ich gelesen, dass du auch Erfahrung mit CrossFit und Calisthenics hast. Welche Vor- und Nachteile siehst du bei diesen Sportarten und bist du noch aktiv dabei?

  • Calisthenics ist hoch technisch, geprägt von einer hohen Anforderung an die Haltekraft (isometrische Kraft). Das Erlernen von neuen Elementen dauert gefühlt ewig (ähnlich der Kippe am Reck, an der ich beinahe ein 3/4 Jahr geübt habe). Damit ist Frustration vorprogrammiert. Trotz der Zerlegens (ähnlich wie beim Turnen) der Übungen in Progressionsschritte hängt man in diesen einzelnen Schritten schon ewig. Hinzu kommt, dass man Muskeln benötigt, die man sonst als normaler Mensch wenig ausbildet (Scapula, Core, ...). Für so einen Planche kann man mal mindestens ein Jahr ansetzen, bis man den halbwegs hinbekommt (schön ist anders).


    Crossfit in der von mir interpretierten Form (wenig olympisches Gewichtheben) ist die Motivation viel höher. Fortschritte kommen relativ zügig und das Muskelausdauerthema (Ausdauer und Turnen > zwei Welten treffen aufeinander) bringt eine Menge. Ich kombiniere das mit Mobility und Tagen mit klassischem Kraftsporttraining. In der Kombination bringt mir das am meisten. Ergänzt durch Basketball (wenn sich dieses Corona-Ding erledigt hat) fühle ich mit fit. Das Erstellen des eigenen WOD direkt und spontan an der Tafel finde ich motivierender, als feste Pläne pro Tag zu haben. Ja, es kann passieren, dass man dadurch eventuell nicht immer ausgeglichen trainiert und seine Schwachpunkte umschifft (kein Spaß, tut weh, ach nö, ...) - aber ich bin ja auch kein Wettkampfathlet.


    Mir persönlich bringt Crossfit mehr und wir haben dafür zuhause das notwendige Equipment (nicht mehr ewig ins Fitnessstudio fahren und dort vor blockierten Geräten warten). Calisthenics zieht seinen Reiz aus den coollen Hingucker-Elementen ist für mich aber als „Rund-um-Sportart“ weniger geeignet.


    #Calisthenics #Crossfit

  • Sankt Peter

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