Posts by Sankt Peter

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    In diesem Thema könnt ihr Fundstücke, (nicht nur zum Thema Turnen) wie z. B. Bilder, Videos, Texte, ... posten, die ihr gerne mit der Community teilen wollt.

    Also bei mir war es so, dass meine Eltern beide Sport gemacht haben: Fallschirmspringen, Squash, Marathon, Kraftsport und Turnen (eher auf Gesundgruppen-Niveau).


    Meinen Eltern war also klar: der Junge muss Sport machen. Nebeneffekt: er fällt dann früher todmüde ins Bett.


    Um die Ecke gab es eine Turngruppe. Da haben sie mich dann hingeschickt als ich 5 Jahre war. Und da bin ich dann auch geblieben. Und ich habe es nie bereut. Ich bin sogar dem Verein (TSV Rudow 1888) über 20 Jahre treu geblieben.

    Nitschtr Mhhh... also ich hatte eigentlich bisher noch keine Vorbilder/ Idole im Sport. Vielleicht ist da das Männerturnen zu meiner Zeit auch nicht richtig geeignet. Damals gab es eigentlich nur Eberhard Gienger IIRC. Die sozialen Medien waren auch noch nicht erfunden. Ich hatte und habe aber auch in anderen Bereichen keine Idole und mir sind zumindest Leute suspekt, die "kopflos" alles gut finden, was andere tun (das muss nicht zwangsweise so sein, wenn man ein Idol hat - aber kommt vor - oft im Bereich Fantum ggü. Musikbands). Das heißt aber nicht, dass man von anderen nicht etwas lernen kann. Ich genieße den Austausch mit Menschen, die in ihren Gebieten herausragend sind und/ oder etwas besonderes geschafft haben. Und ich suche diesen Austausch auch bewusst. In so einer Situation kann man dann viel lernen - beiderseits. Im Sport bin ich da gerade in den Anfangszeiten, wenn man mit der Sportart beginnt dem einen oder anderen begegnet. Das waren aber oft "nur" die Leistungsträger im Verein oder die Trainer. Und neben der praktischen Erfahrung war oft auch das mind-setting dieser Leute interessant.


    tl;dr

    Ich habe keine Idole, sondern Menschen, die ich auf verschiedenen Ebenen interessant finde. Der Begriff "Idol" ist für mich persönlich irgendwie negativ besetzt. Von anderen lernen ist immer gut. Und das kann man beinahe von jedem Menschen, da jeder andere Schwerpunkte/ Interessen/ Fähigkeiten hat. Deswegen muss man denjenigen aber nicht zum "Idol" machen.

    ...war und wird immer der Boden sein. Sowohl beim selber turnen, als auch beim Zuschauen. Warum? Weil man Elemente am Boden überall machen kann und nicht Extra-Geräte benötigt. Und ich finde, dass man neben Trampolin und Sprung hier das beste Körpergefühl im Raum entwickelt. Das "Fliegen" fühlt sich einfach cool an.


    Wie ist das bei Euch? Ich kann mir kaum vorstellen, dass man Ringe oder Pauschenpferd oder Balken als Lieblingsgerät haben kann. Die ersten beiden sind extrem anstrengend (Kraft) und in der Technik anspruchsvoll und das andere ist gefühlt extrem "gefährlich", wenn man da unglücklich stürzt. Außerdem: warum sollte man sich auf die paar Zentimeter Balkenbreite einschränken, wenn man den ganzen Boden haben kann :-)


    Wir hatten damals leider noch keinen Schwingboden - das wäre absolut traumhaft gewesen. Wir haben auf den normalen Bodenrollen trainiert. Ja, wir mussten noch richtig abspringen, um einen Salto zu turnen. Ich hatte mal das Vergnügen Jahre nach dem Ende meiner Turnkarriere auf einem Schwingboden rumzulaufen. Da einen Salto zu machen ist für uns old-schooler gefährlich. Wie verhindern, dass das gleich ein doppelter Salto wird oder wir gegen die Hallendecke stoßen ;-) Nur Spaß. Aber genau so etwas ist mir vom 1m-Brett im Schwimmbad passiert. Salto-halbe-Drehung und beim ersten Mal komplett die Orientierung verloren, da das Brett dermaßen anders federte als das Trampolin. Wenigstens konnten die anderen Badegäste lachen...


    Was ist euer Lieblingsgerät und warum?

    Ich habe früher den Leuten immer gesagt, dass jeder Turnen kann. Es geht primär um Angstüberwindung. Schon klar, nicht jeder kann dann gut turnen.


    Wir hatten jemanden bei uns in der Gruppe, der einfach ohne Nachdenken in neue Elemente reingegangen ist. Salto Minitramp - moment ich versuche mal. Lustige Anmerkung von hinten: "kannst du den auch doppelt". "Klar - ich versuche mal"... glücklicherweise hat niemand nach dem dreifachen gefragt. Den doppelten hat er nicht geschafft (nur 1,5), aber er hat es probiert und es gab zu diesem Zeitpunkt keine Hilfs- oder Sicherungsstellung. Vor dem Training hat er sich auch mal meine Inline Skates geschnappt - stand das erste Mal auf den Dingern - und ist gleich losgeeiert. Nach 15 Minuten dann die ersten Sprünge. Zwischendrin aber auch ein paar Mal gefallen und lachend aufgestanden.


    So extrem war ich nie. Bei einer Weihnachtsfeier sollten wir Mini-Tramp für die Eltern und Gäste aufführen. Salto, Salto halbe Drehung, ... Genau davor wurde eine Gedenkminute für einen Turnkollegen eingelegt, der sich bei einem verkorksten Salto den Nacken angeknackst hat und nunmehr querschnittsgelähmt war. Ja, tolles Timing der Vereinsleitung. War dann eine tolle Vorführung. Der Springer vor mir blieb auch gleich an der blauen Trampolin-Umrandung hängen, stolpert auf das Sprungtuch, machte trotzdem seinen Salto (bloss nicht vor den Zuschauern versagen) und landete auf dem Rand des Minitramps, von dem er abprallte. Nichts passiert - Glück gehabt. Dann war ich dran. Kurzum: es ging auch alles gut. Hoher Absprung - viel Zeit - Sicherheitslandung.


    Worum geht es mir aber eigentlich?


    Inwiefern gehört Angst als Eigenschutz zum Turnen und wie geht ihr mit dem Thema um? Verweigert ihr bestimmte Übungen/ Elemente. Hat sich euer Angstniveau mit steigendem Alter verändert? Wer mehr denkt hat mehr Angst?


    Welche Bewältigungsstrategien nutzt ihr? Oder habt ihr keine Angst beim Turnen?

    Das gilt sicherlich auch für anderes Equipment. Aber nichts ist schlimmer, als im Training auf „seinem“ Brett zu üben und dann im Wettkampf plötzlich ein anderes nutzen zu müssen. Entweder verhungert man schon beim Absprung oder man schlägt beinahe hinten in der Hallenwand ein.


    Kennt ihr das Thema? Wie geht ihr damit um? Die 1-3 Aufwärmsprünge sind sicherlich hilfreich, aber das Gefühl für den Sprung bleibt doch ein anderes.


    Ich habe gesehen, dass die Vereine teilweise ihre eigenen Vereins-Bretter mitbringen. Ist das erlaubt?

    Calisthenics ist hoch technisch, geprägt von einer hohen Anforderung an die Haltekraft (isometrische Kraft). Das Erlernen von neuen Elementen dauert gefühlt ewig (ähnlich der Kippe am Reck, an der ich beinahe ein 3/4 Jahr geübt habe). Damit ist Frustration vorprogrammiert. Trotz der Zerlegens (ähnlich wie beim Turnen) der Übungen in Progressionsschritte hängt man in diesen einzelnen Schritten schon ewig. Hinzu kommt, dass man Muskeln benötigt, die man sonst als normaler Mensch wenig ausbildet (Scapula, Core, ...). Für so einen Planche kann man mal mindestens ein Jahr ansetzen, bis man den halbwegs hinbekommt (schön ist anders).


    Crossfit in der von mir interpretierten Form (wenig olympisches Gewichtheben) ist die Motivation viel höher. Fortschritte kommen relativ zügig und das Muskelausdauerthema (Ausdauer und Turnen > zwei Welten treffen aufeinander) bringt eine Menge. Ich kombiniere das mit Mobility und Tagen mit klassischem Kraftsporttraining. In der Kombination bringt mir das am meisten. Ergänzt durch Basketball (wenn sich dieses Corona-Ding erledigt hat) fühle ich mit fit. Das Erstellen des eigenen WOD direkt und spontan an der Tafel finde ich motivierender, als feste Pläne pro Tag zu haben. Ja, es kann passieren, dass man dadurch eventuell nicht immer ausgeglichen trainiert und seine Schwachpunkte umschifft (kein Spaß, tut weh, ach nö, ...) - aber ich bin ja auch kein Wettkampfathlet.


    Mir persönlich bringt Crossfit mehr und wir haben dafür zuhause das notwendige Equipment (nicht mehr ewig ins Fitnessstudio fahren und dort vor blockierten Geräten warten). Calisthenics zieht seinen Reiz aus den coollen Hingucker-Elementen ist für mich aber als „Rund-um-Sportart“ weniger geeignet.


    #Calisthenics #Crossfit

    Auf Netflix ist ja die Dokumentation Athletin A gestartet.


    Athletin A | Netflix – offizielle Webseite


    Habt ihr das schon gesehen? In meinen Augen wirklich bedrückend. Da sind die Eltern, die Ihren nie realisierten Traum des sportlichen Erfolgs auf ihre Kinder projezieren, da ist der geldgeile Verband, der alles unter der Decke halten möchte, um die Sponsoren zu halten und da sind die jungen Turnerinnen, die in dieser Gemengelage emotional komplett überfordert sind.


    Eine sehr interessante Dokumentation, bei der man sich fragt, ob das jetzt ein Einzelfall ist oder ob das - wenn man danach suchen würde - doch öfter vorkommt?


    Wie habt ihr die Doku empfunden. Und falls ihr sie noch nicht gesehen habt gebe ich hiermit eine klare Empfehlung: anschauen!

    Ich habe neulich mal durch Zufall Aufnahmen aus den 60‘er Jahren gesehen. Wenn man sich sol alte Sachen anschaut merkt man erst einmal, wie sich etwas verändert hat.


    Gefühlt ist heute das Niveau beim Schulturnen nicht mehr weit weg vom Turnen bei internationalen Wettkämpfen vor 60 Jahren. Damals bestand das Turnen ja beinahe nur aus Rumlaufen, Arme schwingen und Beine heben. Während heute komplexe Elemente, Akros mit Twist, ... selbst im Breitensport anzufinden sind.


    Meiner Meinung nach wird die Ästhetik nach und nach der Akrobatik geopfert. Heute gewinnt, wer die Drehung mehr macht und die höhere Schwierigkeit zeigt - bei zugegebenermaßen guter Ausführung. Aber z. B. die Verbindung zur Musik, der Ausdruck, ... findet nur noch selten eingang in die Bewertung. Wenn ich mir Simone Biles Übungen anschaue, dann sind diese schon atemberaubend, wirken aber eigentlich nur noch professionell. Auch die immer weiter fortgeschrittene Verjüngung im Turnen ist hierfür sicherlich ein Grund. Turnen hat da finde ich ein bisschen „verloren“.


    Und irgendwie betrifft das mehr das weibliche Turnen als das Männderturnen.


    Wie seht ihr das aus heutiger Sicht?

    Wird heute eigentlich noch mit einer sogenannten „Dream Machine“ im Training gearbeitet?


    Hier in dem Video ab ca. Sekunde 35 zu sehen:

    [External Media: https://youtu.be/nT1FcM7aDuk]


    Die Dream Machine reduziert ja das eigene Körpergewicht um rd. 50% und erleichtert die Übungen, damit man zumindest mal ein Gefühl dafür entwickelt. Auch für andere Übungen, wie z. B. für Planche am Boden (das Vorzeige-Element im Calisthenics) kann man sie einsetzen und auch die Unterstützung erhöhen, in dem man statt der Ringe links und rechts Gewichte anbringt und die Hände auf dem Boden aufsetzt.


    Der Vorteil gegenüber Unterstützungsbändern ist mMn, dass die Unterstützung stets gleich bleibt und nicht variiert, wenn das Band weiter gespannt ist.


    Welche Erfahrungen habt ihr im Training damit gemacht oder wird das gar nicht mehr genutzt? Gibt es bereits bessere Alternativen?

    Nutzen das die Frauen auch im Training?

    Ich habe damals für den Kraftaufbau mit Kraftsport angefangen. Das Studio lag in einem Berliner-Hinterhof im Keller. Das war eines der ersten Studios in Deutschland. Man fand selbstgebaute Geräte und einen penetranten Schweiß- und Furzgeruch. Dafür hat dort zum Teil die Creme-de-la-Creme trainiert. Das Training hat mir viel gebracht. Während ich durch das Turnen bereits beim Einstieg in den Kraftsport mehr Gewichte stemmen konnte (Schulter- und Core-Kraft) fielen mir plötzlich auch Elemente beim Turnen einfacher oder wurden überhaupt erst möglich. Aber das Thema „schwache Beine“ bei Super-Sprungkraft blieb. Squats habe ich selten gemacht.


    Ergänzend habe ich dann mit Basketball und Squash angefangen. Das war mir für den Ausdaueraspekt wichtig. Runden laufen auf einem einsamen Sportplatz war als Hallenkind nicht meins. So hatte ich für die drei Bereiche Koordination, Kraft, Ausdauer jeweils etwas gefunden. Mobility habe ich immer schleifen lassen - war uncool und tat weh. Wegen besserer Mobility hatte ich immer mit Kampfsport geliebäugelt - aber über ein Jahr Judo hinaus faszinierte mich das nicht.


    Heute ist für mich Crossfit ein heißer Kandidat, da man dadurch Muskelausdauer, Kraft und Mobility aufbaut. Auch wenn ich nicht mehr turne, kann ich mir vorstellen, dass das ein guter Ergänzungssport sein kann (Hybrid-Training). Calisthenics habe ich auch schon versucht, aber da hier primär isometrische Kraft benötigt wird, habe ich da Bedenken, dass die Schnellkraft leidet.


    Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

    Gute Idee mit dem Vorstellungsthread.


    Na ja, ich habe mit 5 Jahren angefangen zu Turnen. Da haben mich meine Eltern damals hingeschleppt. Ich bin relativ schnell in den Leistungsgruppen vorwärts gekommen. Außerdem musste ich dann immer überall vorturnen und beim Sport-Abi für den Bereich Turnen den Lehrer ersetzen. Mit 12 durfte ich bereits bei den 16+ mittrainieren. Allerdings habe ich keinen Wettkampfsport betrieben. Eher auf Spaß-Niveau. Mit 16 dann mit Kraftsport angefangen, um mehr Kraft für das Turnen zu haben und natürlich auch als Verletzungsprävention. Später dann nach über 20 Jahren aufgehört. Ist irgendwie einfach so ausgelaufen...dafür blieben Kraftsport, Basketball, Volleyball, Badminton und mittlerweile auch Crossfit. Und für alles war das beim Turnen gelernte Körpergefühl extrem vorteilhaft.


    Mein Avatar zeigt Calvin von Calvin&Hobbes. Eine geniale Comic-Reihe, zu der es leider keine neuen Geschichten mehr geben wird. Aber absolut empfehlenswert.


    Meinen Username nutze ich auch anderweitig im Inet. Ist also so ein Traditions-Ding :-)


    Freue mich hier zu sein und wünsche allen hier eine gute Zeit und stets verletzungsfreies Turnen mit immer wieder neu erlernten Elementen...