Posts by Nitschtr

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    Nun, im Allgemeinen stimme ich dem schon zu, was Du kritisierst. Aber sehen wir es doch einmal aus einem anderen Blickwinkel:

    Was ist, wenn zwischen "gut" und "wichtig/notwendig" ein unterschied besteht?

    Ich kann Schlaf durchaus wichtig finden. Er ist wichtig, um meine Energie wieder herzustellen, vereinfacht gesagt.

    Das Erdmagnetfeld mag auch wichtig sein, aber lange nicht so wichtig für mein direktes Überleben wie Nahrung oder Wasser. Klar, ich kann vom Sonnensturm getroffen werden. Aber das passiert nicht hier und jetzt, sondern nur ab und zu. Ist also für mich in diesem Moment unwichtig, gehört demnach nicht mit auf die Liste. Das gleiche mit Pizza, Privatsphäre und Umarmungen, Orgasmen, Bienen und Bisexualität. Alles keine superwichtigen Sachen, wenn man es so betrachtet.



    Aber Scotts Umfrage fragt nicht nach den "wichtigen" Dingen, sondern nach den "besten" Dingen - also verändert sich bei dieser Sichtweise das Bild. Das Magnetfeld mag nur ein Hinterkopfgedanke sein, ich sehe es ja nicht mal (außer in bestimmten Regionen der Erde) - aber ich bin ihm dankbar, dass ich mehr als ein paar Tage zu leben habe, weil es mich beschützt. Ich könnte sagen: "ich bin ein Fan" von Magnetfeldern.


    Umarmungen. Unwichtig. Wir haben zurzeit wenige davon. Braucht doch keiner, es geht doch auch ohne, oder? Haste Dich geschnitten. Viele Menschen wollen diesen oder anderen sozialen Kontakt und sehen ihn als notwendig an. Während sie also nicht ÜBERlebenswichtig sind, tragen sie zum sozialen Wohl bei. Man könnte auch sagen: wir haben ZU wenige Umarmungen (Eine Meinung, die ich fast schon teile). Genau dieses Schema mit anderen Dingen. Pizza ist ein Genussmittel. Orgasmen.. naja, auch, in gewisser Weise. Bienen. Es würde ohne sie gehen, aber deutlich besser mit. Und auch ohne Bisexualität und Privatsphäre könnten wir leben, manche (viele) von uns haben sie aber lieber mit dabei.

    All das kann man mit diesem Satz benennen: "Ich bin ein Fan von Bienen, Privatspäre, Bisexualität, Orgasmen, wähle was auch immer noch alles."

    Im Gegenteil dazu kann man sagen: "Ich mag Yersinia Pestis, SARS und braun weniger als diese anderen Dinge, von denen ich ein Fan bin".

    Und auch wenn die Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Schlafen, Sex nach EINER Definition) wichtig sind, habe ich aktuell die größte Sympathie zum Schlaf. Heißt nicht, dass ich die anderen Sachen nicht auch gut finde, aber jetzt gerade schlafe ich einfach am liebsten.


    Tom Scott mag zwar in der Vergangenheit recht wissenschaftliche Beiträge geleistet haben, diese Umfrage ist aber keineswegs wissenschaftlich. Fast noch weniger als die von Juni zum Thema "Jingle Bells, Batman smells". Meine Interpretation ist eine von vielen, aber ich hoffe, sie plausibel rübergebracht zu haben.

    Drohnen sind teuer, schwer, bei Wind vielleicht nicht immer einfach zu steuern und kommen vielleicht auch nicht ganz so lange so nah ran, wie man das gern hätte.

    Prinzipiell gute Idee, für einen Breitensportler aber eventuell nicht immer ganz so bequem anzuwenden. Ach, und dann kommt noch dazu, dass ich mich hauptsächlich in einem Bereich aufhalte, den im Normalfall viele Luftfahrzeuge in niedriger Höhe kreuzen, und ich möchte vielleicht nicht zu jeder Trainingseinheit mit der DFS telefonieren, ob ich in deren Kontrollzone fliegen darf.

    Alles liegt im Schuppen. Wind, Welle, Traffic und eigene Lust checken. Rausholen, Equipment zusammen suchen, Segel aufbauen, abfragen, ob jemand ab und zu mal guckt, dass man nicht von Dampfer überrollt wurde und im Ernstfall die hundertzwölf wählt. Erst dann geht's über eine mit Teppich gepolsterte Steinkante ins Wasser; man watet durch Nixenkraut (Großes Nixenkraut – Wikipedia), schneidet sich die Knöchel auf und stolpert über Steine und liegengelassene Glasflaschen.

    Der Sport? Windsurfen.

    Nur wenn man weiß, dass man am nächsten Tag ganz sicher noch mal rausgeht, lässt man eventuell das Segel (Rigg, für Streber) aufgebaut. Mache ich ungern, denn 2016 war die Folge des am Vorliekstrecker durchgetrimmten Aufbewahrens ein Mastbruch. Zugegeben, es war kein schöner Mast.

    Gehört einfach dazu, ist ein Teil des Sports. Führt manchmal leider auch dazu, dass man gar nicht rausgeht, weil die Lust zum Aufbauen nicht da ist (Der Wind lohnt dann doch nicht/Henningsche Regel...).

    Oder irre ich da?

    Wir haben damit regelmäßig gearbeitet. Startsprünge wurden aufgenommen, gemeinsam angesehen (natürlich ohne Flosse, die armen Füße) und nach Möglichkeit verbessert. Da konnte auf Vorgänge verwiesen werden, die man sonst wohl kaum verstanden hätte. Weiter raus springen, Füße mehr zum Einsatz bringen, der Knick in der Luft, den nur ich hatte und den auch keiner erklären oder nachahmen konnte, egal wie man es versuchte... Es kam irgendwann alles raus und führte zu einigen zehnteln Vorsprung vor den Gegnern.

    Genau das Gleiche in der Technik.
    Um also kurz zu antworten, ich zumindest habe den Einsatz von solchen Geräten öfter erlebt und habe einen Nutzen daraus ziehen können. In einer anderen Sportart, die ich betreibe, kann ich mir diesen Einsatz jedoch kaum effektiv vorstellen - zu groß der Aufwand, zu groß die Entfernung der Kamera zum Motiv. Eine simple Fehlstellung der Füße kann damit z. B. nicht behoben werden.

    Kann man Flossenschwimmen denn eigentlich im Fernsehen schauen?

    Es gibt keine einzige mir bekannte Fernsehübertragung eines FS-Wettkampfs. Man findet nur ab und zu diese Videos auf YouTube.

    [External Media: https://youtu.be/kxcgTYhk_z8]



    Ich rede hauptsächlich von wirtschaftlichen und landschaftlichen Schäden. Was das fehlerhafte Management der Länder nicht aufrechterhält, verfällt nach kurzer Zeit zur Ruine. Man nehme Rio de Janeiro. Die Pläne waren ja toll: neue Stadien könnten für weitere Events genutzt werden, das Olympische Dorf wäre Wohnraum. Heute verrottet langsam das Schwimmbecken, und der Wohnraum ist teuer und somit nicht ausreichend bewohnt.
    Olympia - Das Rio-Fiasko: Vergammelnde Stadien, Ladenhüter Olympiadorf - Sport - SZ.de


    Was das mit den Sportlern macht, ist noch mal was ganz anderes.

    Das ist halt leider der Kultstatus. Ein Fußballsport hat eine Fanbasis, die sich in den Prozenten an der Bevölkerung messen lässt. Und das in vielen Ländern der Erde. Also kann durch Werbung und Ähnliches ein größerer Teil der Bevölkerung erreicht und damit mehr Geld gemacht werden. Somit bieten Sponsoren, von denen es bekanntlich einige gibt, riesige Summen an, von denen ein solcher Sport lebt. Dazu die in der Summe immensen Fan-Mitgliedsbeiträge in den Vereinen, die so viel wiederum gar nicht kosten, und man hat die Millionen zusammen für die Spielereinkäufe, die Wettkampfgebühren und die Gehälter, die dann ja nochmals von Sponsoren gestützt werden.

    Vergleicht man das mit einem anderen Sport, hat man eventuell keine große Fanbase. Ich habe es noch nie erlebt, dass in einem meiner Wettkämpfe (oder auch in den Weltmeisterschaften, for that matter) Werbung von außerhalb der Branche gemacht wurde. Das waren immer kleine Equipmentverkäufer, die aber eben auch nichts spenden: Sie verkaufen ihr Material und sind dadurch mehr präsent als beworben. Damit verdient die Branche kein Geld. Hat also auch weniger Geld, ist unpopulärer, den Sportverbänden weniger wert.

    Ende vom Lied, große Sportarten kriegen Geld, kleine Sportarten eher weniger.


    Die Olympischen Spiele sind dann aber noch eine andere Nuss. Klar kann es sein, dass der DOSV den Wettbewerb als "kulturell" ansieht und demnach nicht der Meinung ist, hohe Preisgelder zahlen zu müssen. Oder er sieht sich selbst so in der Geldkrise, dass er an allen ecken und Enden perpetuell sparen muss, weil er einfach nicht genügend Sponsoren findet. Gibt es Zahlen zu den Beiträgen, die ein Sportler für die Teilnahme an Olympia leisten muss? Oder zur Verteilung der Sponsorengelder?

    Generell sehe ich die Olympischen Spiele als Desaster an im Bezug auf die Probleme, die sie an vielen Orten hinterlassen.

    Ja, ich fahre in den Urlaub. Wenn auch innerhalb Deutschlands und mit recht strikten Hygieneregeln.

    Nicht jeder scheint es jedoch so zu machen. Länder, deren Regierungen keinen Lockdown veranlasst haben, waren und sind attraktive Reiseziele, besonders für reisefreudige Menschen.

    Welche Auswirkungen das haben kann, zeigt dieses Video. Auch beschreibt er einige nicht vorhergesehene Auswirkungen der Krankheit.



    Edit: Das Video wurde in der Zwischenzeit auf privat gestellt.

    bzw. wie fühlt sich das an?

    Absolut toll. Wenn man mal von den Krämpfen absieht, die die Wettkampfflossen an den Füßen verursachen (Dropout nach 800m, weil der Schmerz nicht mehr auszuhalten ist).
    Das Gefühl, wenn man bes. mit DTG durchs Wasser gleitet, eine Wende macht und sich kraftvoll abstößt, vermisse ich ehrlich gesagt bis heute.

    Ja, das gibt es - Mermaiding ist aber eher etwas für Leute, die Choreographien einstudieren und unter Wasser vorführen wollen. Beim FS geht es um Speed. Vergleichbar z. B. mit einem Delfin.

    Seit 2009 war ich, ein kleines Kind, Mitglied in einem Tauchverein. einige Jahre später, genauer: 2013, traf ich den Vorsitzenden genau dieses Vereins in der S-Bahn. Er fragte mich, ob ich denn Lust hätte, mal in seiner Trainingsgruppe, der Leistungssport Gruppe, 'auf Probe' zu trainieren. Aus 'auf Probe' wurde, 'Du hast jetzt eigene Flossen', und später, 'Mach doch mal in diesem Wettkampf mit'. So war ich, ein naiver, präpubertärer Junge, beim Herbstpokal 2013 gelandet. Und es machte mir recht großen Spaß.
    Daraus wurden dann weitere Wettkämpfe und Meisterschaften (bei denen ich teilweise recht erfolgreich war), bis es mir Anfang/Mitte 2017 einfach zu viel wurde. In einer recht chaotischen Situation stieg ich aus, gab Flossen und Geräte zurück und beendete die Vereinsmitgliedschaft.

    Ein Trainer ohne Vorbildfunktion hat mMn auch nur wenig Erfolg. Der Respekt ist halt einfach nicht so da.

    Ich stimme voll und ganz zu. Nicht zuletzt deswegen habe ich damals den Leistungssport aufgegeben - es fehlte an Respekt und Verständnis, und die Vorstellungen gingen irgendwann einfach zu sehr auseinander.

    Was ist denn eigentlich eine „MP-Welle“?

    Die "Max-Poschart-Welle", kurz MPW, ist eine Technik im Flossenschwimmen. Den Sport habe ich etwa vier Jahre lang betrieben.

    [Blocked Image: https://tauchclub-babelsberg.de/wp-content/uploads/2015/03/Flossenschwimmen.jpg]


    Der Sportler bewegt sich primär durchs Wasser, indem er Vortrieb mit der Flosse erzeugt. Diese ist etwa einen Meter breit und gleicht der eines Delfins. Durch die Verdrängung, die sein Körper erzeugt, entsteht jedoch ein Widerstand, der zur Reduktion der Geschwindigkeit beiträgt. Wie oben zu sehen, bewegt die obere Sportlerin ihren Oberkörper aktiv nach unten, um die Verdrängung an der Wasseroberfläche zu reduzieren. Damit ist sie stromlinienförmiger und hat gleichzeitig die Hebelwirkung, um mit der Flosse den weiteren Vortrieb zu geben. Danach wird der Körper gestreckt, mit den Armen der Weg nach oben eingeleitet. Aaaand... repeat.

    Kurz: eine Methode, mit der sich die Geschwindigkeit und Ausdauer im Wasser auch bei Strecken von 1500m deutlich erhöhen lässt.


    die "kopflos" alles gut finden, was andere tun

    Natürlich. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Gelernten muss dabei sein. Jeder Mensch hat einen Weg. Diesen blind nachzuahmen, kann nicht gut sein, vielmehr kann er als Orientierung dienen und Basis für den weiteren Austausch sein. Jedoch ist es vollkommen legitim, einer oder vielen Personen nachzueifern und sie ein Stück weit zu bewundern.

    Idole oder Vorbilder hat man immer irgendwie. Auch in anderen Sportarten.
    Wir hatten einst eine Technik, die sich im Training die "MP-Welle" nannte. Nach einem Herren, bei dem sich unsere Trainer diese abgeguckt hatten. Insofern liegt hier ein gewisser Vorbildcharakter vor - man lernt von denjenigen, die besser sind als man selbst.
    Genauso sind Trainer und Instrukteure selbst in gewisser Weise Vorbilder. Im Idealfall kreiert man mit ihnen eine Bindung, in der man zu ihnen aufschaut und von ihnen lernen möchte. Meiner Meinung nach.