Trend: Faszination Hüpfen

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WIE ENTSTANDEN DIE ERSTEN TRAMPOLINE?

Der Entwickler des Trampolins

Es war einmal ein US-amerikanischer Junge namens George Nissen (16 Jahre alt), der mit seinen Eltern eine Zirkusveranstaltung besuchte. Während die Artisten sich durch die Lüfte schwangen, widmete er seine Aufmerksamkeit vor allem den Auffangnetzen. Die eleganten Bewegungen der Turner zusammen mit der Form der Auffangnetze faszinierten ihn und brachten ihn auf die Idee, ein Trampolin für den schulischen Turnunterricht zu entwickeln. Das Wort Trampolin stammt übrigens aus dem Spanischen und bedeutet soviel wie "Sprungbrett".


Diese Geschichte ereignete sich im Jahr 1930. Schon vier Jahre später erfand Nissen sein erstes Trampolin, was damals noch aus einem Segeltuch bestand. Dieses wurde mit Sprungfedern an einem Metallrahmen befestigt. Wie nicht anders zu erwarten, erlangte das Gerät zunächst in den USA zunehmend an Popularität. Im Laufe der Zeit wurde das Trampolinspringen jedoch auch weltweit immer bekannter und beliebter, sodass 1964 die erste Trampolin-WM stattfand. Im Jahr 2000 wurde die Sportart dann sogar olympisch.


Es gibt neben dieser Version der Geschichte aber auch noch andere Vermutungen, wer die Vorreiter des ersten Trampolins waren. Demnach haben die damaligen Inuits Walrosshäute aufgespannt, um - und jetzt kommt's - im Falle eines Feuers schnell aus ihrem Fenster zu springen und dann sanft auf der Haut zu landen. Hört sich schon irgendwie unwahrscheinlich an.

Außerdem haben wohl auch Engländer und Spanier Konstruktionen gebaut, die Menschen durch die Luft fliegen ließen und das Publikum begeisterten. Das erste richtige Trampolin geht aber trotz allem auf George Nissen zurück.


Im Zweiten Weltkrieg wurden Trampoline dann nicht mehr nur für Kinder und Turner gebaut, sondern vor allem für Piloten, Fallschirmspringer und Taucher, die das Gerät zur Verbesserung der Koordination und Ausdauer nutzten.

So kam das Trampolin nach Deutschland

Wie bereits erwähnt, blieb der Trampolin-Trend nicht in den USA, sondern verbreitete sich weltweit. Doch während George Nissen eine Welttournee mit seiner neuen Erfindung machte, dachten sich die Deutschen: Ey cool, da gibt es doch so ein neues Sprunggerät, das gerade voll der Hype ist. Warum nicht einfach selbst bauen? Und so entwickelten deutsche Konstrukteure das Trampolin ein zweites Mal. Wer kann, der kann. Qualitativ war es jedoch nicht sehr überzeugend. Da kam ein Besuch des Erfinders gerade recht. 1958 tauchte er nämlich beim Deutschen Turnfest in München auf und stellte sein Modell vor. Von da an war das Trampolin endlich auch in Deutschland richtig angekommen.

WARUM IST DAS TRAMPOLINSPRINGEN SO EIN TREND?

Es gibt doch nichts Schöneres als das Gefühl des Fliegens. Genau dieses Gefühl der Freiheit bietet das Trampolinspringen: einen Moment der Schwerelosigkeit. Und nicht nur das! Praktisch jedermann kann Trampolin springen, ganz ohne besondere Fähigkeiten zu haben. Du brauchst vom Prinzip her nichts außer einem Trampolin und dich selbst. Klar, Mittelkörperspannung wäre auch nicht schlecht, aber ihr wisst, was ich meine... Des Weiteren ist der Sport wetterunabhängig.

WO FINDE ICH TRAMPOLINSPRINGER?

Trampolinspringer sind heutzutage immer häufiger anzutreffen. Vor allem Trampolinhallen werden zunehmend beliebter. Auch in immer mehr Gärten entdeckt man Trampoline. Da kann man leicht mal vergessen, dass Trampolinspringen auch ein Wettkampfsport ist.

Beim Wettkampf

Allgemein kann man festhalten, dass eine Übung aus 10 Sprüngen besteht. Dabei landet man auf den Füßen, dem Hintern, dem Rücken oder dem Bauch (natürlich gewollt!). Der letzte Sprung wird allerdings immer in den Stand geturnt. Wie beim Geräteturnen ist eine saubere Ausführung der Elemente erforderlich (d.h. lange Beine, Füße strecken, ... - man kennt's).


Auch die Bewertung der Übung erfolgt wie beim Turnen mit zwei voneinander getrennten Noten (sozusagen E-Note und D-Note). Der eine Teil des Kampfgerichts berechnet den Schwierigkeitsgrad der Übung (D-Note), der andere Teil bewertet die Ausführung der Elemente (E-Note).

Doch an dieser Stelle kommt der Unterschied zur Bewertung wie ich sie kenne: statt maximal 10 Punkte für die Ausführung zu bekommen, gibt es beim Trampolinturnen gleich 3 mal 10 Punkte für eine perfekte Übung.

Warum? Das Kampfgericht, das sich um die Ausführungsnote kümmert, besteht aus fünf Personen, die alle maximal 10 Punkte pro Übung vergeben können. Der höchste und der niedrigste Wert werden gestrichen, sodass drei Wertungen übrig bleiben, die zusammenaddiert werden.

Also, nicht wundern, wenn im Wettkampf über 30 Punkte als Wertung rauskommen. Das muss so.


Man turnt beim Wettkampf im Normalfall in drei Durchgängen.

  1. Pflichtübung: Hier werden vorgegebene Elemente in der vorgegebenen Reihenfolge geturnt. Dabei wird logischerweise nur die Ausführung bewertet.
  2. Kür: Der Turner zeigt selbstgewählte Elemente und erhält sowohl für die Schwierigkeit als auch für die Ausführung Punkte.
  3. Finale: Im Finale turnen die acht bis zehn besten Turner (bzw. 2/3 der Teilnehmer) eine zweite Kür, um den Wettkampfsieger zu ermitteln.

Außerdem wird zwischen den folgenden vier Disziplinen unterschieden:

  • Synchron
  • Einzel
  • Mannschaft
  • Tumbling (Sonderform)

In der Trampolinhalle

Wie so oft kommt dieser Trend aus den USA und ist erst im Laufe der Zeit nach Deutschland übergeschwappt. Mittlerweile findet man an jeder Ecke Trampolinhallen (Jump House, Sprungraum und wie sie alle heißen). Hier gibt es Hunderte Trampoline, die nebeneinander, übereinander oder sogar an den Wänden installiert werden. Zusätzlich findet man Trampolinbahnen, Schnitzelgruben, Halfpipes, Basketballkörbe und Dodgeball-Arenen - ein echtes Paradies für alle Hüpffans also.


Hier mal ein paar Links:

[Berlin] JUMP House Berlin-Reinickendorf - Sportstätten - flacflic - Deine Kunst- und Gerätturnen-Community

[Berlin] JUMP3000 Berlin-Mahlsdorf - Sportstätten - flacflic - Deine Kunst- und Gerätturnen-Community

[Berlin] MYJUMP Nord - Sportstätten - flacflic - Deine Kunst- und Gerätturnen-Community

[Berlin] MYJUMP Ost - Sportstätten - flacflic - Deine Kunst- und Gerätturnen-Community

[Berlin] SPRUNG.RAUM Berlin-Tempelhof - Sportstätten - flacflic - Deine Kunst- und Gerätturnen-Community


Ach so: Fragt sich gerade jemand, was eine Dodgeball-Arena ist? Hier ist mal ein kurzes Video, um einen Eindruck zu vermitteln:

Im Garten

Wer einen großen Garten und ein durchsetzungsstarkes Kind hat, wird früher oder später ein eigenes Trampolin im Garten zu stehen haben. Da gibt es dann verschiedene Größen zwischen denen man wählen kann. Ein mittelgroßes bis großes Gartentrampolin mit Netz kostet um die 200 - 300€. Für Trampolinfans durchaus eine lohnende Investition.

Zu Hause

Einige Unternehmen bieten richtige Trampolin-Workouts für zuhause oder in Studios an. Hier ist jedermann willkommen, der Kalorien verbrennen und dabei Spaß haben will. Wer nichts vom klassischen HIIT- oder Krafttraining hält und auch keine Lust auf Langstreckenläufe hat, der sollte vielleicht mal über diese Alternative nachdenken. Ein weiterer Vorteil: Es beansprucht viele Muskeln und verursacht weniger Muskelkater.

ARTEN DES TRAMPOLINS

Man kann zwischen den folgenden Arten unterscheiden. Für jede Lebenslage ist ein anderes Trampolin zu empfehlen.

  • Aufblasbares Trampolin: Das mobilste unter den Trampolinen.
  • Fitness- oder Gymnastiktrampolin: Für kleine Kinder oder Teilnehmer eines Trampolin-Workouts geeignet.
  • Gartentrampolin: Für alle Trampolinfans, die einen großen Garten haben.
  • Minitrampolin: Eine Erleichterung bei bestimmten Übungen am Sprung, Barren und Boden. Es ist außerdem vielseitig einsetzbar und leicht zu transportieren.
  • Wettkampf-Trampolin (Batude): Wird im Trampolinturnen genutzt, sowohl fürs Training als auch für Wettkämpfe. Mit einer Batude kann man bis zu 9 Meter hoch fliegen - echt krass!
  • Trampolinhalle: Hier kann man sich am besten austoben. Ein spielerisches Sporterlebnis für Groß und Klein.

WAS BRINGT MIR DAS HÜPFEN?

Abgesehen vom Spaß, eine ganze Menge! Beim Trampolinspringen beanspruchst du 400 Muskeln - ein fabelhaftes Ganzkörperworkout also. Du musst durchgehend Körperspannung halten, wodurch selbst die tiefliegende Muskulatur aktiviert wird. Außerdem verbesserst du deine Ausdauer, Balance und Koordination, stärkst deine Bandscheiben und Knochen, entgiftest deinen Körper durch verbesserten Lymphfluss, regulierst deinen Blutzuckerspiegel, und bringst deinen Fettkreislauf in Schwung. Und das alles, ohne deine Gelenke, Bänder und Sehnen zu überlasten. Gleichzeitig setzt dein Körper Glückshormone frei, sodass du dich einfach nur wohl fühlst. Fast zu schön, um wahr zu sein.


Das funktioniert natürlich nicht, wenn du dich einmal für 10 Sekunden auf ein Trampolin stellst und ein bisschen auf und ab wippst - ist klar.

WIE WIRD DAS TRAMPOLIN BEIM TURNEN GENUTZT?

Puh, da könnte ich jetzt so einige Übungen auflisten, die man mithilfe des Trampolins beim Turnen durchführen kann. Allgemein würde ich aber sagen, dass überwiegend das Mini-Trampolin sowie die Batude genutzt werden.


Das Mini-Trampolin setzen wir u.a. beim Sprungtraining ein. Einfach zwischen Tisch und Brett platzieren und los geht’s. Dieser Aufbau ermöglicht es uns, schwierigere Sprünge zu trainieren oder einfach sicherer zu werden. Gerade am Sprung haben viele von uns ab und an mal eine nette kleine Blockade und verweigern dann ganz gerne den Absprung (ihr wisst, wen ich meine ;)). Da kann ein Mini-Tramp schon ein wenig Sicherheit geben. Außerdem bauen wir meistens noch einen Stapel hinter dem Tisch auf, um auf Erhöhung zu landen. Insgesamt finde ich diese Art des Sprungtrainings immer sehr lustig.


Am Barren kann man das Mini-Trampolin ebenfalls gut in das Training integrieren. Irgendwann haben wir mal Handstände am unteren Holm damit geübt. Ob das was gebracht hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau. War glaube ich eher dazu gedacht, die richtige Position im Handstand zu finden und zu halten.

Deutlich effektiver ist hingegen der Handstand-Schieber (wie wir ihn nennen). Den gibt es vorwärts und rückwärts. In beiden Fällen wird der Einzelholm (den man auf den Boden stellen kann) umgriffen und der Körper prellt (entweder mit dem Bauch oder mit dem Rücken Richtung Boden) in den Handstand und wieder zurück aufs Trampolin. Je nachdem, wie viel Schwung man vom Trampolin mitnimmt, kann man die Übung selbständig leichter und schwerer machen.

Letztens haben wir eine weitere Übung für den Barren ausprobiert, um unsere Kippen zu verbessern. Dazu haben wir ein Mini-Trampolin vor einem Reck, das auf Hüfthöhe gestellt wurde, platziert. Mit dem Hintern lässt man sich aus der Stützposition nach hinten auf das Trampolin fallen und prellt anschließend wieder in den Stütz zurück. Dabei müssen die Füße an der Reckstange bleiben. Joa, gar nicht so leicht...


Die letzte Anwendungsmöglichkeit für das Mini-Trampolin, die bei uns genutzt wird, ist der "Tisch-Trampolin-Weichboden-Spaß". Wie der Name, so der Aufbau. Hier arbeiten wir sowohl vorwärts (Vorwärts-Salti, Flack Flicks, Schrauben) als auch rückwärts (Rückwärts-Salti, Flick Flacks, Schrauben). Eine gute Möglichkeit, um neue Elemente am Boden zu lernen oder schon bekannte zu perfektionieren/ zu sichern.


Unsere Batude nutzen wir nur sehr selten mal für Grundlagenübungen wie Spreizsprünge, Korbets, Schiffchenpositionen oder Schraubenvorübungen. Der Aufbau dieses Teils ist aber auch echt ätzend, wenn man das nicht gerade jeden Tag macht. Unsere Batude heißt übrigens Franziska :-)

WELCHE RISIKEN GIBT ES?

Beim Trampolinspringen kann man schnell in einen "Flow" kommen. Wenn man da erst einmal drin ist, merkt man die eigene Ermüdung gar nicht mehr und das Verletzungsrisiko steigt. Neben Rückenproblemen durch ungenügende Mittelkörperspannung, kann es auch zu schlimmeren Verletzungen wie Brüchen, Kopfverletzungen und Ähnlichem kommen. Weit verbreitet sind zudem Knochenläsionen am Kniegelenk (genannt Osteochondrosis dissecans), die beim Trampolinspringen in Kombination mit Wachstumsfugen vor allem bei Kindern auftreten können. Generell gilt aber: Solange die Sicherheitshinweise (wie z.B. dass man nur allein springen soll) eingehalten werden und man selbstreflektiert Spaß haben kann, ist die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung relativ gering.

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